Terezín definitiv trocken!

Seit heute ist es für Anwohner*innen wieder erlaubt die große Festung auf eigene Gefahr zu Besuchen.
Auch wir waren zusammen mit einer Kollegin und Uwe vom Förderverein Brandenburg das erste mal seit der Evakuierung in der großen Festung. Die Stadt sieht aus wie immer, abgesehen davon dass die Festungsgräben recht voll mit Wasser stehen. Auch die kleine Festung ist definitiv nicht von der Flut betroffen! Nur auf dem Nationalfriedhof steht ein bisschen Wasser.

Terezíntrocken
Terezín ist trocken! :)

Die Freude darüber hielt leider nicht lange an, denn danach sahen wir die Schäden im Nachbardorf Terezíns: Ceské Kopisty.
Den restlichen Tag verbrachten wir dort und halfen den Menschen ihre Häuser nach der Flut aufzuräumen. Eigentlich alle Keller im Ort stehen tief unter Wasser und auch sehr viele Erdgeschosse waren überflutet und sind nun feucht und voller Schlamm, die Einrichtung nicht mehr nutzbar.
Mehrere Stunden verbrachten wir damit einen nassen Teppichboden abzukratzen. Viele Leute in Ceské Kopisty leben vom Gemüseanbau, sodass sie die Flut doppelt trifft: Ihre Häuser sind stark von der Flut betroffen und auch die diesjährige Ernte ist vernichtet worden.
Für diese Menschen stehen harte Monate bevor, vor allem auch weil sicher nur die wenigsten die Rücklagen haben, um solche Schäden bezahlen zu können.
Obwohl es ganz schön niederschmetternd war zu sehen, wie viel diese Menschen verloren haben, machte es doch auch Mut mitzuerleben, wie das ganze Dorf zusammen aufräumt und sich unterstützt. Leute, die weniger Betroffen sind helfen ihren Nachbar*innen, sei es indem sie den ganzen Tag mit einem Küchenmesser versuchen einen Teppich vom Boden abzukratzen, oder Butterbrote für die Helfer*innen schmieren.

Heute morgen waren wir in Prag, um einem Vertreter der Gedenkstätte eine Spende für die Bewältigung der Flutschäden der Gedenkstätte (jüdischer Friedhof, Krematorium, Leichenhalle, Kolumbarium) vom Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V. zu übergeben.
Vielen Dank an die Abgeordneten für ihre schnelle Hilfe!!

Die Festung hält der Belagerung stand! :)

Donnerstagabend:

Seit gestern Abend sieht es besser aus. Umliegende Dörfer wurden überflutet und Terezín bildete eine Insel im Wasser.
In die Stadt und auch in die kleine Festung ist jedoch KEIN Wasser eingedrungen!
Von einer Kollegin habe ich gerade erfahren, dass sie von ihrem Fenster in Bohusovice aus beobachten können, wie das Wasser langsam zurück geht!

Obwohl der schlimmste Fall nicht eingetreten ist, erwarten Stadt und Gedenkstätte hohe Kosten zur Bewältigung der Flut. Die Förderverein bereiten Spendenaufrufe vor. Bald dazu mehr.

Kein Wasser in der großen Festung!

Donnerstagmorgen:

Die Katastrophe von 2002 wiederholt sich wohl nicht.
Auch über Nacht ist die Stadt Terezín trocken geblieben. Allerdings sind der Stadtteil Kreta und viele der umliegenden Dörfer vom Wasser betoffen.
Insgesamt sinkt das Wasser wohl jetzt langsam.

leichter Optimismus

Mittwochabend:

Es gibt widersprüchliche Angaben zur Situation in Terezín. Laut einer Kollegin steht die kleine Festung und auch die Brücke über die Eger unter Wasser. Die lokale Tageszeitung berichtet aber, dass noch kein Wasser in der kleinen Festung sei.
Die große Festung scheint größenteils noch trocken zu sein. Der außerhalb der Festungsmauern liegenden Stadtteil Kreta wird aber gerade überflutet, allerdings sollen nur wenige Häuser betroffen sein.
Trotzdem ist wohl der Höhepunkt immer noch nicht erreicht. Eine Rückwelle aus der Elbe ist momentan die größte Befürchtung.
Insgesamt wird die Lage inzwischen aber wohl optimistischer betrtachtet…

Hochwasser

Mittwoch, 10:00 Uhr:

Telefonat mit einer Kollegin, die in der Nähe des Festungseingang aus der Richtung Bohusovice steht.
jüdischer Friedhof, Krematorium, Kolumbarium und Zeremonienräume mit Leichenhalle stehen unter Wasser!!
Die Straßen der Stadt sind noch nicht überflutet, allerdings ist unklar, ob nicht schon Keller voll gelaufen sind.
Hochpunkt der Flut wird erst heute zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr erwartet! Allerdings wird dieser Zeitpunkt schon seit Tagen nach hinten verschoben.
Das Wasser wird vermutlich einen halben Meter in der Stadt stehen. Freiwillige und Feuerwehrleute verstärken die Dämme.

Auch ansonsten ist die Lage in Nordböhmen sehr ernst. Sehr viele kleine Ortschaften stehen unter Wasser. Auch Dörfer die nach 2002 Flutmauern gebaut haben sind nicht verschont geblieben, das Wasser steht oft einfach höher als die Mauern.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: